Betäubung lokal

Betäubung lokal

Die lokale oder örtliche Betäubung von Zähnen, Zahnfleisch, Kieferbereichen, Lippen, Zunge, Wangen oder Mundboden ermöglicht die schmerzlose Behandlung und ist eine der häufigsten und wichtigsten Behandlungsmaßnahmen.


Die Spritze gegen den Schmerz

Bohren am Zahn kann ganz schön an die Schmerzgrenze gehen. Stößt das Instrument gar bis an die Wurzel vor, wird die Sache zur Tortur. Eine Spritze hilft gegen diese höllischen Schmerzen. Die Substanzen betäuben die Nerven und beruhigen das Gemüt.

Wann und warum ist eine Lokalanästhesie sinnvoll?

Natürlich können Sie stark sein und eine Zahnbehandlung ohne Spritze durchstehen. Ob Sie sich für oder gegen eine Betäubung entscheiden, hängt von Ihrer Schmerzempfinglichkeit ab. Zudem kommt es darauf an, was gemacht werden soll. Geht es nur um eine kleine Füllung, können Sie das vielleicht gut aushalten. Wenn Ihr Zahnarzt aber ein tiefes Loch bohrt oder den gesamten Zahn für eine Krone abraspelt, wird das sehr schmerzhaft. Will er einen Zahn ziehen oder die Wurzelspitze entfernen, müssen Sie mit ziemlichen Schmerzen rechnen.

Vor der örtlichen Betäubung!

Damit die Spritze gut wirken kann und Ihnen gut bekommt, muss der Zahnmediziner sich ein Bild von Ihrer momentanen körperlichen Verfassung machen. Er muss wissen, ob Sie zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck haben, ob Sie Diabetiker sind, eine Herz- oder Schilddrüsen-Erkrankung haben oder einen Leberschaden. Wichtig ist auch, welche Medikamente Sie einnehmen und ob Sie schwanger sind. Scheuen Sie sich nicht, auch über Alkohol, Nikotin und andere Drogen zu sprechen - all dies kann die Wirkung einer Betäubung beträchtlich beeinflussen. Sie möchten doch auch das die Betäubung ihren Zweck erfüllt und gut verträglich für Sie ist oder?

Im Gehirn kommt der Schmerz nicht an

Der Einstich ist kaum spürbar - die Spritzen haben heute sehr dünne Nadeln. Sollten Sie Angst haben, kann Ihr Arzt die Einstichstelle vorher mit einer Salbe oder einem Spray betäuben. Sie können sich während des Einstichs auch die Gehörgänge mit den Fingerkuppen zuhalten - das lenkt Sie ab! Ein erfahrener Zahnarzt kann fast schmerzlos spritzen, vor allem in den Oberkiefer. Schwieriger ist eine Injektion in den etwas härteren Unterkiefer. Wenn Sie den Mund gut öffnen und den Kopf nicht bewegen, trifft der Spezialist den richtigen Punkt leichter. Die Kanülen enthalten Substanzen wie Lidocain, Mepivacain oder Bupivacain, das sind Wirkstoffe, die dem Kokain chemisch ähnlich sind. Sie verhindern, dass die Nerven Schmerzsignale weiterleiten können. Das Signal: "Aua, das tut weh!" - bleibt in der Nervenbahn stecken und was im Gehirn nicht ankommt, registrieren Sie nicht. Schlägt Ihr Herz nach dem Einstich etwas schneller, ist Ihnen auch etwas schwindelig, liegt das an einem Zusatz im Betäubungsmittel. Dieser zweite Wirkstoff ist dem körpereigenen Adrenalin verwandt. Er verengt kurzfristig Ihre Adern. Dadurch fließt weniger Blut an der Stelle, an der der Arzt behandeln will. Schwindel und Herzklopfen gehen meist schnell vorüber. 

Die Spritze wirkt nicht

Bei 20 Prozent der Patienten wirkt die Betäubung nicht oder nur schlecht. Möglicherweise ist das Gewebe entzündet, vielleicht liegen Ihre Nervenstränge an einer ungewöhnlichen Position oder Ihre Knochen sind besonders dick. In solchen Fällen kann nachgespritzt werden. Der Zahnarzt wählt dafür eine andere Stelle oder ein anderes Betäubungsmittel aus. 

Nebenwirkungen der örtlichen Betäubung

Nebenwirkungen der Spritze sind selten. Sie haben allerdings noch nach der Behandlung das Gefühl eine dicke Backe und oder eine dicke Lippe zu haben und müssen aufpassen, dass Sie sich nicht auf die Lippe beißen. Auch fällt meist das Sprechen am Anfang etwas schwerer. Nur in den seltensten Fällen, falls falsch gespritzt wurde, kommt es zu Blutergüssen oder Übelkeit.

Wie lange hält die Betäubung an?

Die Wirkung der Spritze hält etwa zwei bis drei Stunden an. So lange Sie das taube Gefühl im Mund haben, sollten Sie nichts essen. Denn Sie merken ja nicht, ob Sie sich dabei auf die Zunge oder die Lippen beißen. Auch Ihr Reaktionsvermögen kann eingeschränkt sein, vor allem bei größeren Eingriffen mit viel Betäubungsmittel. Lassen Sie sich deshalb abholen oder benutzen sie öffentliche Verkehrsmittel und fahren auf keinen Fall selbst Auto. Wenn Sie das taube Gefühl am folgenden Tag immer noch spüren oder wenn Sie Fieber bekommen, sollten Sie zu Ihrem Zahnarzt gehen. 

Angst vor der Spritze

Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die mehr Angst vor der Spritze als vor dem Bohrer haben. Aber bedenken Sie, dass eine Betäubungs-Spritze dem Zahnarzt bessere Arbeitsbedingungen gibt. Zappeln Sie vor Schmerz herum, behindern Sie den Arzt, möglicherweise verletzen Sie sich auch selbst. Sie verkrampfen sich möglicherweise  und öffnen den Mund nicht weit genug. Zudem schütten die Speicheldrüsen reflexartig Spucke aus. Für eine Kariesbehandlung zum Beispiel ist das hinderlich da eine Füllung nicht feucht eingesetzt werden darf. Sie können Ihren Zahnarzt auch bitten, die zu behandelnde Stelle vor der Spritze mit einem Spray oder Salbe zu vereisen.