Milchgebiss

Milchgebiss

Das Milchgebiss ist das einzige beim Menschen was einmalig komplett erneuert und ersetzt wird. Das temporäre Gebiss ist für die Entwicklung wichtig, da im kleinen Kiefer eines Babys nicht viel Platz ist. Durch das Kieferwachstum rücken die Milchzähne auseinander und es entsteht ein lückig aussehendes Gebiss. Das Milchgebiss wird nach und nach durch das bleibende Gebiss ersetzt. Dessen Zähne sind größer und breiter, so dass wieder eine homogene, geschlossene Zahnreihe entsteht.

Milchzähne

Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen. Das Gebiss wird in vier Quadranten unterteilt und zwar in rechter und linker Quadrant, jeweils im Ober- und Unterkiefer. Pro Quadrant gibt es fünf Milchzähne. Der Name Milchzahn erklärt sich zum einen durch die milchähnliche Färbung und durch die in den ersten Monaten typische Ernährung, der Muttermilch.

Entwicklung der Milchzähne

Wenn der werdenden Mutter gerade erst bewusst wird, dass sie Nachwuchs erwartet, so um die 8. bis 10. Schwangerschaftswoche herum, sind alle 20 Milchzähne bereits angelegt. Unter dem Mikroskop sehen sie aus wie kleine weiche Knospen – aber sie bleiben nicht so. Noch im Mutterleib werden sie härter und sind lange vor dem Geburtstermin bereits startkar für den Weg in die Mundhöhle. Bis alle 20 da sind dauert es rund 2 bis 4 Jahre. 

Das Zahnen

Als Zahnen wird das durchbrechen der Milchzähne genannt und das ist ein schmerzhafter Prozess. Das durch den Druck des voranrückenden Zahnes gereizte Zahnfleisch rötet sich. Wie immer, wenn eine Wunde entsteht oder entstehen könnte, schickt der Körper über die Blutbahn Immunzellen zum Schutz. Das Zahnfleisch ist da, wo der Zahn hindurch will, also mehr durchblutet, daher gerötet, und es ist auch leicht geschwollen. Diese Schwellung verengt den Platz für die Nerven im Gewebe, sie werden gedrückt – so entsteht der 
Schmerz. Kurz vor dem Zahnen ist die Speichelproduktion erhöht, weshalb den Kindern in dieser Zeit oft etwas Spucke aus dem Mund läuft – ein recht zuverlässiges Zeichen, dass es das erste Zähnchen bald geschafft haben sollte. Ganz sicher ist das eine belastende Zeit für das Kind – auch wenn manches Kind mehr, ein anderes fast gar keine Schmerzen zu verspüren scheint, eines also unruhiger sein kann als ein anderes.


Was fühlt der Säugling beim Zahnen?

Der Säugling ist noch nicht in der Lage, genau festzustellen, wo und was im Körper passiert. Er merkt nur, das ist etwas los, was nicht gut tut. Das Spannungsgefühl im Mund macht unruhig und sicher auch nervös, zumal die Empfindungen beim Herauskommen des Zähnchens oft wechseln können: Mal brennt es, manchmal kitzelt es auch und wenn das Zahnfleisch geschwollen ist, tut es auch weh. Das Kinder in dieser Zeit weinerlicher sind als sonst, ist also verständlich. Eine Extraportion Liebe scheint hier immer die richtige Seelen-Medizin zu sein.


Pflege von Milchzähnen

Zahnpflege fängt mit dem ersten Zähnchen an um keine Schäden zu bekommen. Nehmen Sie ein Wattestäbchen oder einen weichen Lappen, denn bürsten kann man die Babyzähnchen noch nicht. Fahren Sie vorsichtig um die ersten Zähnchen herum und über sie hinweg. Das Zahnfleisch ist noch empfindlich nach dem Zahnungsprozess, daher besonders schonend vorgehen. Bis Ihr Kind seinen 2. Geburtstag feiert reicht 1 x täglich putzen, danach sollten Sie 2 x täglich die Milchzähne putzen.


Selbst putzen

Bevor Ihr Kind in die Grundschule geht hat es noch nicht die Fähigkeit seine Zähne richtig zu putzen. Eltern müssen bis dahin und auch oft noch in der ersten Phase des selbständigen Putzens immer nachputzen. Ein erfolgreicher Lern-Tipp sind die Plaque-Färbetabletten oder –lösungen. Diese färben die weichen Zahnbeläge an, die nach dem ersten Putzgang übrig geblieben sind. So erkennt das Kind  leicht, wo es noch einmal nachputzen muss. Bleiben immer wieder die gleichen Bereiche „übrig“, sieht es, dass es die Zahnbürste anders halten muss, um auch diese Zähne sauber zu bekommen. 

Schadet Süßes den Milchzähnen?

Zahnschädigende Mund-Bakterien ernähren sich von zuckerhaltigen Stoffen aus der Nahrung, den Kohlehydraten und scheiden Säure aus. Je mehr Bakterien, desto mehr Säureangriffe auf den Zahnschmelz, der übrigens nicht nachwächst. Was weg ist muss eine Zahnfüllung ersetzen. Nur eine glatte, dichte, gut geputzte Zahnoberfläche kann vor weiterer Zerstörung des Zahnes schützen. Aber nicht alle Süßigkeiten führen zu Zahnschäden. Spezielle Süßwaren mit dem Zahnmännchen ((LINK!)), ein eingetragenes und europaweit anerkanntes Symbol für Zahnfreundlichkeit. Solche Süßwaren (auch Hustensäfte etc.) bieten den Kariesbakterien keine Nahrung, sie enthalten keine Säuren, die den Zahnschmelz schädigen können. Das bedeutet, dass auch Süßes ohne Zucker aber mit Säure, z.B. zuckerfreie Zitronenbonbons den Zähnen schaden können.

Saft ist Säure

Saft ist gesund, deshalb sollten Sie ihn natürlich nicht vom Speisezettel streichen – aber Sie sollten ihn zügig trinken und vom Kind trinken lassen und zwar möglichst aus einem Becher, damit er sich im ganzen Mund verteilt und nicht, wie beim Strohhalm, konzentriert um die Frontzähne fließt.

Erster Zahnarztbesuch!

Seit 1999 dürfen auch Zahnärzte Früherkennungsuntersuchungen durchführen, aber viele Eltern wissen das nicht, weil sie dies in ihrer eigenen Kindheit anders erlebt haben: Da ging man ausschließlich zum Kinderarzt. Die Zahnärzte und Kieferorthopäden können im Mund, an den Zähnen, an Ober- und Unterkiefer viel mehr erkennen und die weitere Entwicklung frühzeitig abschätzen. Sie verfügen über entsprechende Demonstrationsmittel und Fachbilder, mit deren Hilfe sie die Situation im Kindermund den Eltern gut zeigen und notwendige Maßnahmen entsprechend erklären können. 

Zahnarzt oder Kieferorthopäde?

Wenn das Kind schon früh intensiv nuckelt oder mit einem nicht ganz korrekten Biss zur Welt kam, ist es ratsam, gleich einen Kieferorthopäden einzubeziehen, um rechtzeitig Fehlentwicklungen erkennen und beheben zu können. Da alle Kieferorthopäden ohnehin zuerst eine zahnärztliche Ausbildung abgeschlossen haben, ehe sie nach vierjähriger Zusatzausbildung und Prüfung zu einem Fachzahnarzt für Kieferorthopädie wurden, können Sie selbstverständlich mit Ihrem Kleinkind zur Erstuntersuchung auch direkt zu einem Kieferorthopäden oder einer Kieferorthopädin gehen.

  
Wann fallen die Milchzähne aus?

Zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr fallen in der Regel alle Milchzähne aus. Die erste Zahnlücke entsteht meist in der Reihe der Schneidezähne, etwa zeitgleich brechen hinter dem letzten Milchbackenzahn die vier ersten großen Backenzähne, den Molaren, durch. Diese im Zahnarztjargon „Sechser“ genannten Zähne treten direkt durch das Zahnfleisch ohne dass ein Milchzahn ausfällt. Bis zum Alter von etwa 14 werden alle Milchzähne durch bleibende ersetzt, zusätzlich bekommen die Jugendlichen noch einmal vier große Backenzähne. Die Weisheitszähne treten, wenn überhaupt, meist erst im Erwachsenenalter durch, sie sind nicht bei jedem Menschen angelegt. Das vollständige Gebiss besteht dann aus 32 bleibenden Zähnen.