Narkose beim Zahnarzt

Narkose beim Zahnarzt

Wenn von der Narkose beim Zahnarzt gesprochen wird, dann ist ein schlafähnlicher Zustand gemeint, in den der Patient mittels chemischer Substanzen durch Inhalation in die Lunge oder per Injektion in den Blutkreislauf versetzt wird. Die Vollnarkose wird auch Allgemeinnarkose genannt, wobei die Ausschaltung des Bewusstseins und jeglicher Schmerzempfindung gemeint ist. Die Vollnarkose ist nicht zu verwechseln mit der lokalen Anästhesie. 

Ziele der Narkose in der Zahnarztpraxis

Zum einen ist es Ziel der Vollnarkose, dass der Patient vom Geschehen in der Zahnarztpraxis überhaupt nichts mitbekommt. Das Bewusstsein wird ausgeschaltet, sodass er weder etwas hört, noch etwas sieht. Zum anderen spürt speziell der Angstpatient  keinen  Schmerz oder Druck. Dafür werden bei der Vollnarkose sämtliche Signale der einzelnen Sinnesorgane nicht mehr ans Gehirn weitergeleitet. 


Was passiert bei der Vollnarkose?

Die Narkosemittel, auch Anästhetika genannt, wirken direkt an den Rezeptoren der Nervenzellen, sodass das Bewusstsein, die Muskelkraft, der Atemantrieb und Schutzreflexe wie Husten oder Schlucken aussetzen.

Die Komponenten der Narkose!

Die Vollnarkose setzt sich aus vier Komponenten zusammen:
Der Schlaf = Hypnose
Die Schmerzfreiheit = Analgesie
Der Erinnerungverlust = Amnesie
Die Dämpfung der vegetativen Nervenreaktion

Warum wird Narkose beim Zahnarzt eingesetzt?

Die Behandlung unter Vollnarkose bietet dem Zahnarzt ideale Arbeitsbedingungen. Für den Patienten eher unangenehme Hilfsmittel, wie Mundsperrer, können problemlos eingesetzt werden. Diese aber erleichtern das Arbeiten im Mundraum und der Eingriff kann schnell und effizient erfolgen, selbst bei umfangreichen Behandlungen wie z.B. Zahnsanierung. Die Patienten profitieren von dieser zeitsparenden Behandlung und erleben diese angst- und schmerzfrei.


Zielgruppe für Vollnarkosen!

Im Prinzip ist diese Behandlungsmethode für alle geeignet, die absolut nichts von den zahnärztlichen Eingriffen miterleben möchten. Bevorzugt kommt die Narkose bei Angstpatienten, Kindern oder Menschen mit geistiger Behinderung sowie bei zeitintensiven Eingriffen zum Zuge. Darüber hinaus kommt sie zum Einsatz wenn eine örtliche Betäubung nicht tief genug geht oder ein umfangreicher Eingriff, wie Entfernung aller vier Weisheitszähne oder Einsatz mehrerer Zahnimplantate gleichzeitig, ansteht. Neben unruhigen und ängstlichen Patienten ist eine Vollnarkose auch Menschen mit ausgeprägtem Würgereiz anzuraten.

Risiken einer Vollnarkose

Bei der Vollnarkose handelt es sich, dank der modernen Narkosetechniken um ein äußerst sicheres Verfahren. Narkosemedikamente werden nur von speziell ausgebildeten Zahnärzten verabreicht. Der Gesundheitszustand des Patienten, wie Herzrhythmus, Blutdruck, Sauerstoffgehalt im Blut etc., wird während der Operation intensiv überwacht. Trotzdem ist jede Vollnarkose eine Belastung für den Organismus. Das gesundheitliche Restrisiko hängt vor allem vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten ab. Ihr persönliches Risiko wird vor dem Eingriff mit dem Zahnarzt abgeklärt.

Das allgemeine Komplikationsrisiko

Dieses ist sehr gering aber folgende Komplikationen, Nach- oder Nebenwirkungen sind möglich:
Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose (etwa 10 % der Patienten betroffen)
Heiserkeit und Halsschmerzen durch den Beatmungsschlauch (etwa 10 % der Patienten betroffen)
Beschädigung an Zähnen, Zahnfleisch, Stimmbändern oder Schleimhaut durch Beatmungsschlauch (selten) 
allergische Reaktionen auf Narkosemedikamente (sehr selten)
Beatmungsprobleme (sehr selten)
Störungen des Herz-Kreislauf-Systems (sehr selten)
Zurückfließen von Mageninhalt in Speiseröhre und Lunge (sehr selten)
Tod (extrem selten, 0,009 %)
plötzliches Aufwachen während der Operation (extrem selten)


Das Prozedere vor einer Vollnarkose

Der Zahnarzt klärt den Patienten über den Ablauf und die möglichen Risiken einer Vollnarkose auf. Er beantwortet Ihre Fragen und möchte genauestens über Ihren Gesundheitszustand informiert werden. Er befragt Sie nach Ihren Lebensgewohnheiten. Dazu zählen die Ernährung- und Trinkgewohnheiten, Rauchen oder die Einnahme von Drogen. Nachdem Sie noch auf Herz und Lunge untersucht wurden, erstellt der Anästhesist eine individuell abgestimmte, auf Sie zugeschnittene Narkose.


Nehmen Sie Medikamente ein?

Diese Frage und welche Medikamente wird der Zahnarzt Ihnen stellen und Sie ausführlich dazu beraten. Denn gewisse Arzneimittel müssen vor der Operation unter Vollnarkose absetzt werden, andere eventuell zusätzlich eingenommen werden.


Was muss der Patient vor einer Narkose beachten?

Folgende Regeln gelten für alle Patienten vor einem Narkoseeingriff:
eine Woche vor dem geplanten Eingriff mit Narkose kein Aspirin oder andere Schmerztabletten mit Acetylsalicylsäure bzw. andere Medikamente, die die Blutgerinnung unterdrücken, einnehmen.
am Anästhesietag sechs Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen.
bis zwei Stunden vor der Vollnarkose darf noch Wasser getrunken werden (Ausnahme: mit dem Arzt abgesprochene Tablette(n) dürfen mit etwas Wasser auch später eingenommen werden)
am Tag der Narkose nicht rauchen und keinen Alkohol trinken.
Werden diese Punkte nicht befolgt, muss der Eingriff unter Umständen verschoben werden, weil das Komplikationsrisiko zu groß ist.


Ablauf der Vollnarkose!

Das erste Narkosestadium ist die Einschlafphase, wobei der Arzt spezielle Medikamente injiziert, die aus Schlafmitteln, Schmerzmitteln und muskelerschlaffenden Arzneien bestehen. Der Patient entspannt sich und gleitet sanft in den Tiefschlaf.

Das nächste Stadium ist die Erhaltungsphase. Da der natürliche Atemantrieb abflacht, muss die Atmung künstlich unterstützt werden. Dabei wird ein Beatmungsschlauch über Mund und Nase bis in die Luftröhre vorgeschoben. Der Patient merkt nichts von dieser sogenannten Intubation. Zur gleichen Zeit werden alle lebenswichtigen Funktionen, wie Atmung und Kreislauf überwacht und aufrechterhalten. Durch eine kontinuierliche Zufuhr von Narkosemedikamenten wird der Schlafzustand bis zum Ende der Operation aufrecht erhalten.

Ist das Ende der Operation absehbar, wird die Zugabe von Medikamenten eingestellt und die Aufwachphase beginnt. Die aufgewachten Patienten haben eine Erinnerungslücke, fühlen sich entspannt und haben allerdings kein Zeitgefühl.

Nach der Vollnarkose!

Die Patienten bleiben noch in der Regel bis zu zwei Stunden in der Praxis zur Beobachtung. Sie werden erst entlassen, wenn nichts an Gesundheit und Wohlbefinden auszusetzten ist. Müdigkeit und geminderte Reaktionsfähigkeit sind ganz typisch nach einer Vollnarkose, deshalb sollten Sie zur eigenen Sicherheit folgende Verhaltensregel beachten:
nicht eigenständig Autofahren und keine schweren Maschinen betätigen
nicht selbstständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren (ideal ist es, sich von Freunden oder Angehörigen aus der Praxis abholen zu lassen, alternativ können Sie mit dem Taxi nach Hause fahren)
nur mit dem Zahnarzt abgesprochene Medikamente einnehmen 
keinen Alkohol trinken
keinen Sport treiben
sich Ruhe gönnen und keine wichtigen Entscheidungen treffen
moderate Bewegung bringt Kreislauf und Darm wieder in Schwung
etwa 24 Stunden nach der Narkose nicht alleine bleiben

Kosten einer Vollnarkose

Nur in bestimmten Fällen werden die Kosten für eine Vollnarkose von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Dabei ist das Hauptkriterium die medizinische Notwendigkeit. Liegt diese nicht vor, besteht die Möglichkeit die Narkose als Privatleistung durchführen zu lassen. Nähre Information und die damit verbundenen Kosten erfahren Sie direkt hier. Klicken Sie auf die Detailansicht des Zahnarztes Ihrer Wahl.