Weisheitszähne

Weisheitszähne

Der jeweils letzte Backenzahn in Ober- und Unterkiefer (dritte Molar) rechts und links wird als Weisheitszahn bezeichnet. Die Weisheitszähne wachsen meist erst im Erwachsenenalter aus dem Zahnfleisch hervor. Die Weisheitszähne werden auch Achter genannt, weil sie zusätzlich zu den sieben regulären Zähnen in jedem Quadran­ten des Gebisses angelegt sind.

Weisheitszahn ein Relikt aus der Steinzeit

Ein Relikt aus unserer Zeit als Jäger und Sammler, da unsere Vorfahren Ihre Nahrung meist unverarbeitet zerkauen mussten. Auch heute gibt es noch Volksgruppen in Asien und Afrika, die sich vorwiegend von Rohkost ernähren und noch bis zu zehn Zähne auf jeder Seite ihrer Ober- und Unterkiefer haben.


Weisheitszähne können auf die Nachbarzähne drücken

Beim zivilisierten Menschen hingegen hat sich das Gebiss im Lauf der Evolution aufgrund weicher, gegarter Kost so weit zurückgebildet, dass für einen Weisheitszahn oft kein Platz mehr bleibt. "Er drückt dann gegen den Knochen, die Haut, die ihn überspannt, und den benachbarten Backenzahn, dem Siebener. Das kann gemein wehtun und außerdem zu Entzündungen führen. Möglicherweise verspürt der Patient also fürchterliche Schmerzen am Siebener, obwohl dieser Zahn gar kein Karies­loch hat und vollkommen in Ordnung ist.

Großmutters Hausapotheke

Bei leichten Problemen hilft oft ein Trick aus Großmutter Zeiten. Einen Kamillentee-Beutel kurz in kaltes Wasser tauchen, ausdrücken und ihn für etwa 10 Minuten ins Gefrierfach legen. Anschließend 15 Minuten auf die betroffene Stelle legen und Zähne fest zusammenbeißen. Der Schmerz und die Schwellung nimmt ab und die Wirkstoffe der Kamille hemmen die Entzündung. Sollte das bei Ihnen nicht der Fall sein, dann hilft alles nichts außer einem Besuch beim Zahnarzt.


Der Weisheitszahn kann Entzündungen auslösen

Bei anhaltenden Beschwerden besteht die Gefahr, dass die Wurzel des Nachbarzahns unwiderruflich geschädigt wird. Hauptsächlich im Unterkiefer passiert es mitunter, dass sich über dem wachsenden Achter eine Schleimhaut-Kapuze bildet. Darunter können sich Speisereste schieben und eine Schwellung hervorrufen. Wenn der Geplagte dann auf diese Stelle beißt, entwickelt sich daraus oft eine stark schmerzende Entzündung.


Die Weisheitszähne müssen raus

Damit es nicht so weit kommt, muss der Weisheitszahn normaler­weise gezogen werden. Aufgrund seiner Ausbildung und regelmäßiger Fortbildung darf jeder Zahnarzt chirurgische Eingriffe im Mund­­raum vornehmen. Weil die Wurzeln vieler Weisheitszähne jedoch mit zum Teil abenteuerlichen Verästelun­gen im Kieferknochen sitzen, ist meist ein Oral- oder ein Kieferchirurg gefragt.


Örtliche Betäubung vor dem Ziehen

Der Patient erhält zunächst eine Lokal­anästhesie, also örtliche Betäubung. Auf Wunsch bekommt er zusätzlich eine Kurznarkose. Niemand hat es gerne, wenn an seinem Kiefer gefräst wird und der Operateur kann besser arbeiten, wenn der Patient stillhält. Später, nach zwei, drei Stunden im Auf­wach­­raum, geht der Patient wieder nach Hause. Allerdings sollte er abgeholt werden und darf 24 Stunden nicht Auto fahren.

Alle Weisheitszähne auf einmal?

Weil ein Weisheitszahn selten allein Probleme bereitet, raten manche Spezialisten alle vier Weisheitszähne auf einmal zu ziehen, dann haben Sie es hinter sich. Allerdings vier Wunden im Mund bedeuten neben der Schwellung eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität beim Essen und Trinken. Darum gibt es andere Zahnärzte die empfehlen in zwei Schritten vorzugehen. So sollen zunächst die Achter im oberen und unteren Quadranten auf der einen Seite, ein paar Wochen später dann die beiden anderen gezogen werden.

Was nach dem Eingriff beachtet werden sollte!

In der frischen Wunde bildet sich ein Blutpfropf, aus dem neues Bindegewebe und schließlich neue Knochenmasse entsteht.  Deshalb sollte der Patient nach der Operation zwei, drei Tage nichts Heißes trinken. Ebenfalls ist rauchen tabu, denn Nikotin ist ein Gewebegift. Auch krümelige Speisen wie Nüsse erhöhen die Entzündungsgefahr. Zudem sollte der frisch Operierte jede Anstrengung meiden. Sport kann, ebenso wie Hausarbeit, zu Nachblutungen führen. Um das zu verhindern, sollte der Patient mit leicht ­­erhöhtem Oberkörper schlafen – ideal ist eine Neigung von 20 bis 30 Grad. Um die Schwellung zu mindern sollte gekühlt werden, aber nicht mit Eis, sondern mit einem freuchten Waschlappen.