Der Zahnersatz

Der Zahnersatz

Zahnersatzt ist ein Sammelbegriff für jegliche Form des Ersatztes der fehlenden natürlichen Zähne. Die Planung, Herstellung und Eingliederung von einem Zahnersatz fällt unter die zahnmedizinische Fachrichtung Prothetik. Zahnersatz soll die Kauleistung der teil- oder unbezahnten Kiefer wiederherstellen. Weitere Aspekte betreffen die Ästhetik und die Sprechleistung, da die Aussprache mancher Buchstaben oft vom Vorhandensein und der richtigen Position der Zähne abhängig ist.

Geschichte des Zahnersatzes

Den frühesten Zahnersatz bildeten Zähne aus Elfenbein, aus Holz oder aus Knochen von Tieren oder Verstorbenen. Diese wurden mit Golddrähten an verbliebene gesunde Frontzähne gebunden. Dies wirkte nur ästhetisch und verbesserte die Aussprache, ohne die Kaufunktion wiederherstellen zu können. Solche künstlichen Zähne und Vorrichtungen, die schon die Phönizier und Etrusker kannten, führten oft zu Entzündungen im Mundbereich, da sich an den Drähten und Ersatzzähnen leicht Bakterien festsetzten. Ende des 18. Jahrhunderts gab es erste Porzellangebisse. Der französische Apotheker Alexis Duchateau stellte zusammen mit dem französischen Zahnarzt Nicolas Dubois de Chémant im Jahre 1774 die ersten Porzellanzähne her.

Die verschiedenen Klassen von Zahnersatz

Es gibt drei verschiedene Klassen von Zahnersatz:
festsitzender Zahnersatz
herausnehmbarer Zahnersatz
kombinierter Zahnersatz
Der festsitzende Zahnersatz umfasst Kronen, Teilkronen und Brücken. Der herausnehmbare Ersatz unterscheidet zwischen Total- und Teilprothesen und der kombinierte Zahnersatz besteht aus einem fest einzementierten und einem herausnehmbaren Teil.


Festsitzender Zahnersatz

Festsitzender Zahnersatz wird an vorhandenen Zähnen befestigt, die dann zusätzlich auch die Kaukräfte des Ersatzes mittragen. Als Faustregel hierbei gilt, dass jeder Zahn den Kaudruck eines weiteren Zahnes aufnehmen kann. Für zwei zu ersetzende Zähne sollten also auch zwei Pfeilerzähne zur Verfügung stehen. Brücken und Kronen halten in etwa 15 - 20 Jahre. Brücken können aus Metall, Keramik oder der Kombination beider Werkstoffe hergestellt sein und werden mit einem speziellen Zement an den entsprechend präparierten Pfeilerzähnen befestigt. Zahnkronen sind aus fachlicher Sicht kein Zahnersatz, sondern eine Zahnerhaltungsmaßnahme. Eine Zahnkrone bedeckt den betreffenden Zahn vollständig

Herausnehmbarer Zahnersatz

Bei dem herausnehmbaren Zahersatzt unterscheidet man die Teil- oder Totalprothesen. Teilprothesen stellen in der Zahnmedizin einen Zahnersatz dar, der bei einem Gebiss mit Restbezahnung hergestellt werden kann.

Teilprothese

Handelt es sich um eine größere Zahnlücke, kann diese mit einer Teilprothese geschlossen werden. Die neuen Zähne werden mittels Klammern an den noch verbleibenden befestigt. Eine preiswerte Variante, die aber keine anspruchsvolle Ästhetik liefert. Ein weiterer Nachteil: die noch verbleibenden Zähne können durch die ungünstige Belastung gelockert werden. Dies kann zum Zahnverlust führen und somit zu einer noch größeren Zahnlücke.

Vollprothese

Mit einer Vollprothese erhalten zahnlose Patienten wieder ein vollständiges Gebiss. Die neuen Zähne werden bei dieser Variante von einer zahnfleischfarbenen Kunststoffbasis getragen. Diese bedeckt im Oberkiefer den kompletten Gaumen, wodurch das Geschmacksgefühl beeinträchtigt werden kann. Gehalten wird die Prothese durch die entstehenden Saugkräfte. Ein klebriger Speichel und ein ausgeprägter Kiefernkamm tragen zum besseren Halt der Vollprothese bei.

Kombinierter Zahnersatz

Wie der Name schon vermuten lässt, besteht kombinierter Zahnersatz aus einem festsitzenden und einen herausnehmbaren Teil. Der festsitzende Teil kann aus Kronen Brücken, Konus -oder Teleskopkronen, Stegen o. Geschieben bestehen. An diesen festsitzenden Konstruktionen findet die Verbindung zum herausnehmbaren Teil statt. Bei Konus- oder Teleskopkronen wird der Halt über „Friktion“, ähnlich der Haftreibung zwischen feuchten Glasplatten erreicht. Bei Stegen, Geschieben, Riegeln, Kugelköpfen sowie Ankern beruht die Verbindung auf einer aktivierbaren Klemmwirkung. 

Stege

Stege sind Metallstäbe, die die Kronen von Pfeilerzähnen miteinander verblocken. Sie haben runden, eckigen oder ovalen Querschnitt und stellen das Primärteil dar, welches durch ein in die Prothese eingearbeitetes Sekundärteil, den "Reiter",  zum Steggeschiebe ergänzt wird.

Geschiebe 

Geschiebe starre Halteelemente, deren Haltewirkung auf Friktion (Haftreibung zwischen parallelen Wänden) beruht. Sie bestehen aus einer Matrize (umschließendes Teil) und einer Patrize (umschlossenes Teil), die zueinander formanalog sind und nur eine definierte Einschubrichtung für den Zahnersatz zulassen. Die Matrize wird in die Krone des Pfeilerzahnes eingearbeitet. 


Riegel

Als Riegel bezeichnet man eine schlossähnliche Befestigung der Teilprothese zusätzlich zu anderen Verankerungselementen. Die Prothese kann nur herausgenommen werden, wenn der Riegel vom Patienten gelöst wird. Das Öffnen verlangt gute manuelle Geschicklichkeit.

Teleskopkronen

Teleskopkronen sind Doppelkronen bzw. sogenannte Hülsengeschiebe, bestehend aus einer Primärkrone zur Zementierung auf dem Pfeilerzahn und einer Sekundärkrone, die in die Prothese eingearbeitet ist. Teleskopkronen halten durch Friktion, der aus parallelwandig gefrästen Wänden resultierenden Haftreibung.


Konuskronen 

Konuskronen sind ebenfalls Doppelkronen bzw. Hülsengeschiebe, deren Primär- und Sekundärkrone jedoch konisch zueinander gearbeitete Flächen haben, wodurch sich Haftreibung im Sinne einer Verkeilung ergibt.


Druckknopfanker

Die Druckknopfanker bestehen aus einem Kugelknopf und einer darauf einschnappenden Hülse. Die Matrize des Systems befindet sich an der Krone des Pfeilerzahns oder in einem Steg, die Patrize in der Prothese. Der Halt kommt durch sogenannte Klemmung zustande. Umgekehrt positioniert wird ein Druckknopfanker auf Implantaten oder auf Wurzelkappen: hier sitzt der Kugelknopf als Patrize auf dem Pfeiler, darauf schnappt die in der Prothese befindliche Matrize ein.