Zahnfleisch (Gingiva)

Zahnfleisch (Gingiva)

Beim Zahnfleisch (Gingiva) handelt es sich um einen Abschnitt der Mundschleimhaut (Mukosa). Es umgibt die Zähne des Menschen wie ein Kragen. Das Zahnfleisch stellt einen Bestandteil des Zahnhalteapparates dar und bedeckt den Kieferknochen. Bis zum Zahnfleischsaum besteht eine Verwachsung mit dem Knochen. Über zahlreiche Fasern ist die Gingiva mit den einzelnen Zähnen verbunden, wodurch sie fest verankert ist.  

Gesundes Zahnfleisch

Gesundes Zahnfleisch lässt sich daran erkennen, dass sich seine Fasern straff um den Zahnhals legen. Dabei kommt es nicht zur Ausprägung von Zahnfleischtaschen. In diesen Spalten zwischen Zahnfleisch und Zahn, die in der Regel nicht zu sehen sind, können sich schädliche Bakterien ansammeln. 

Zuständigkeitsbereich der Gingiva

Das Zahnfleisch ist vollständig im Mundraum angesiedelt und für den Schutz der Zähne zuständig. Gemeinsam mit den Zahnwurzeln sorgt es für die stabile Fixierung der Zähne. Da die Gingiva über eine hohe Widerstandsfähigkeit verfügt, kann sie der beim Zerkleinern der Nahrung entstehenden Reibung problemlos widerstehen.  

Anatomie des Zahnfleisches

Das Zahnfleisch erreicht eine Breite von 3 bis 9 Millimetern. Der Gewebestreifen befindet sich einerseits am Zahn und andererseits am Alveolarfortsatz. Histologisch wird das Zahnfleisch aus Plattenepithel zusammengesetzt, das aus mehreren Hornschichten besteht. Da keine Unterhaut an der Gingiva vorhanden ist, lässt sie sich nicht verschieben. 

 
Für das Zahnfleisch gibt es drei Zonen:

♦ Der freie marginale Gingiva, der an den Zähnen wie eine Girlande 1-2mm anliegt.
♦ Die interdentale Gingiva, welche die Hohlräume zwischen den Zähnen fast vollständig ausfüllt.
♦ Den in die Mundschleimhaut reichende, befestigte und unbewegliche Teil, der als Gingiva propria bezeichnet wird und auch die Bewegungen von Kiefer und Lippen abfedert. Dieser Teil vom Zahnfleisch ist wichtig für die Implantierung vom Zahnimplantaten. 

Zahnfleischfurche

Die Vertiefung der Zahnfleischfurche wird auch als Zahnfleischtasche bezeichnet, wobei die Zahnfleischfurche mit einer Tiefe von über 2 mm als Erkrankung angesehen werden kann, denn bei gesunden parodontalen Verhältnissen beträgt die Sondierungstiefe ca. 2 mm.

Zahnfleischtaschen

Eine Zahnfleischtasche entsteht dann, wenn sich das Zahnfleisch vom Zahn zurückzieht. Es bilden sich Ablagerungen, die zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen. Zahnfleischtaschen werden unterschieden in Pseudotaschen und echte Taschen. Bei Pseudotaschen handelt es sich in der Regel um eine Anschwellung des Zahnfleischrandes. Echte Taschen hingegen zeichnen sich durch den Verlust des Knochens und der Verschiebung des Zahnfleischansatzes aus. 

Zahnfleischerkrankungen

Eine regelmäßige Reinigung des Zahnfleisches von bakteriellen Belägen und Speiseresten ist notwendig, um einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) vorzubeugen, die sich schnell und unbemerkt zu einer Parodontitis entwickeln kann. Für die Entstehung von Zahnfleischerkrankungen liegt der Hauptgrund bei der Ablagerung von bakteriellen Belägen.
Bei Zahnfleischerkrankungen handelt es sich um eine Entzündung vom Zahnfleisch, die sich auf den Kieferknochen und das Stützgewebe, das die Zähne umgibt, ausweiten kann.

Warnzeichen einer Zahnfleischerkrankung können sein:

♦ Zahnfleischbluten
♦ Dunkelrotes Zahnfleisch mit evtl. auch bläulicher Verfärbung
♦ Schwellungen vom Zahnfleisch
♦ Zahnstein oder übermässiger Zahnbelag
♦ Mundgeruch
♦ Zahnfleischrückgang bzw. Zahnfleischrückbildung
♦ Lockerung der Zähne
♦ Berührungsempfindlichkeit und Schmerzempfindlichkeit vom Zahnfleisch