Candidose (Candidamykose, Hefemykose)

Candidose (Candidamykose, Hefemykose)

Eine Candidose ist eine Sammelbezeichnung für Infektionskrankheiten durch Pilze der Gattung Candida, wobei Candida albicans am häufigsten anzutreffen ist und wird auch als Candidosis, Candidiasis, Candidamycosis, Candidamykose oder Hefemykose – wenn nur Haut und Schleimhäute betroffen sind – Soor (veraltet auch als Moniliasis) bezeichnet. Das Wort Soor stammt aus dem Altdeutschen (sohren) und bedeutet „wundmachen“.

Ursache von Candidose

Bei einem Großteil der gesunden Bevölkerung finden sich Candidapilze in geringen Mengen auf den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raums und des Magen-Darm-Traktes. Normalerweise verhindert eine intakte Keimflora ein übermäßiges Wachstum der Candidapilze. Sie kann jedoch durch viele Faktoren gestört werden. Dazu zählen ein geschwächtes Immunsystem, die Zuckerkrankheit, Krebserkrankungen und bestimmte Medikamente, zum Beispiel Antibiotika. Auch schwangere Frauen sind anfälliger für Pilzinfektionen.

Infektionswege für Candidose

Es gibt zwei Infektionswege für die Candidose:
1. Die Infektion geht vom eigenen Körper aus:
Candidapilze, die auf der Haut oder auf der Darmschleimhaut bereits vorhanden sind, überwuchern die normale Keimflora.

2. Die Pilze gelangen von außerhalb in den Körper: Die Übertragung kann von Mensch zu Mensch erfolgen, entweder durch direkten Kontakt oder über gemeinsam benutzte Gegenstände, wie zum Beispiel Handtücher.

Symptome

Eine Candidose äußert sich durch zusammenfließende, weißliche, abwischbare Beläge. Unter diesen Belägen wird die Haut oder Schleimhaut hochrot und sie beginnt leicht zu bluten. Der Pilzbefall ist meist nicht schmerzhaft, er kann jedoch Missempfindungen auslösen. Häufig führt eine Candidose zu Entzündungen im betroffenen Bereich.

Mundsoor oder orale Candidose

Eine Candidainfektion der Mundschleimhaut bezeichnet man als Mundsoor oder orale Candidose. Neben den typischen weißen Belägen tritt oft ein pelziges Gefühl auf und die Geschmacksempfindung ist gestört. Hat sich der Pilz bis in die Speiseröhre ausgebreitet, kann es zu Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Erbrechen kommen.

Die zwei Formen von Mundsoor: 

- Akute Verlaufsform:
Der akute Mundsoor tritt plötzlich auf, üblicherweise bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten. Er heilt meist ohne Folgen aus.
- Chronische Verlaufsform: 
Unter einer chronischen Candidose des Mundes leiden überwiegend Zahnprothesenträger oder Menschen mit schweren Erkrankungen, zum Beispiel einer HIV-Infektion oder Diabetes mellitus. Auch Asthmatiker, die regelmäßig kortisonhaltige Sprays benutzen, sind anfällig für Mundsoor. 

Diagnose

Auf den sichtbaren Schleimhautbereichen erkennt der Arzt eine Candidose an den typischen Symptomen. Um die Diagnose durch den Nachweis der verursachenden Pilze zu sichern, kann er beim Soor mit einem Wattestäbchen einen Abstrich von dem befallenen Bereich nehmen und diese Probe dann weiter mikroskopisch untersuchen.

Behandlung von Mundsoor

Um eine Candidose erfolgreich behandeln zu können, muss man die Ursache der Pilzbesiedelung beseitigen. Das bedeutet, Zahnbürsten oder Handtücher wechseln oder reinigen. Eventuell entscheidet der Arzt Medikamente wie Antibiotika, Kortison oder die Dosis zu reduzieren. Nicht selten ist eine Pilzinfektion das erste Symptom einer Zuckerkrankheit. Die optimale Blutzuckereinstellung ist bei Zuckerkranken immer der erste Schritt zur Abheilung der Pilzinfektion.

Antipilzmittel

Gegen die Candidose sind Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika, gut wirksam. Diese töten Pilze ab oder hemmen ihre Vermehrung. Sie sind als Salben, Cremes, Lösungen, Mundgel, Scheidenzäpfchen, Tabletten oder Infusionen erhältlich. Eine örtliche Behandlung der betroffenen Stellen zeigt meistens bereits nach mehreren Tagen Erfolg. Sie sollte dann jedoch noch eine Zeit lang fortgesetzt werden. Bleibt die örtliche Behandlung erfolglos oder kehrt die Candidose immer wieder zurück, kann eine längere Therapie mit Tabletten erforderlich sein.

Vorbeugung durch Mundhygiene

Dazu ist eine gründliche Mundpflege notwendig. Wechseln Sie bei einer Pilzinfektion Zahnbürsten und andere Mund- bzw. Zahnpflegeartikel. Kontrollieren Sie regelmäßig den Sitz und die Oberfläche Ihrer Zahnprothese. Säubern Sie Ihren Zahnersatz bei Mundsoor mit desinfizierenden oder gegen Pilze wirkenden Substanzen.

Vorbeugung durch gesunde Ernährung

Auch die Ernährung hat Auswirkungen auf die natürliche Keimflora des menschlichen Körpers. Regelmäßiger Verzehr von probiotischem Käse beeinflusst nachweislich die Hefekeimzahl älterer Menschen positiv. Sind Nahrung und Körperausscheidungen sehr
zuckerhaltig, finden Pilze optimale Bedingungen zur Vermehrung vor. Diabetiker sollten daher ihren Blutzuckerspiegel optimal einstellen.