Erkrankungen im Mundbereich

Erkrankungen im Mundbereich

Die Mundhöhle ist kein steriler Ort. Auf den Schleimhäuten, Zahnoberflächen und im Speichel befinden sich Pilze, Viren und Bakterien. Die meisten dieser Mikroorganismen sind Bestandteile einer gesunden Mundflora. Sie sind für bestimmte Stoffwechselvorgänge zuständig oder verhindern die Besiedelung mit Krankheitserregern. Doch nicht alle Mikroorganismen sind unschädlich. Im gesunden Körper besteht eine Balance zwischen den "guten" und "bösen" Keimen. Kälte, andere Erreger, Antibiotika, Stress, schwere Krankheiten oder falsche Ernährungsgewohnheiten verschieben das Gleichgewicht zugunsten der Krankheitserreger.

Aphten sind Schleimhautgeschwüre

Aphthen sind runde (wie ausgestanzt), gelblich-weiß gefärbte Schleimhautgeschwüre mit einem rötlich entzündeten Hof. Bei Berührung oder Kontakt mit säurehaltigen Nahrungsmitteln wie Essig oder sauren Früchten verursachen sie Schmerzen. An der Oberfläche befindet sich ein nicht abstreifbarer Belag. Aphthen gehören zu den häufigsten Mundgeschwüren des Erwachsenenalters. Als Ursachen werden der Einfluss von Hormonen diskutiert, psychosomatische Komponenten, Störungen des Immunsystems und Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel. Möglicherweise müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, um zu einer Aphthe zu führen. 

Herpangina

Die Herpangina ist eine bevorzugt im Kindesalter auftretende Infektionskrankheit der Mundschleimhaut und Gaumenmandeln mit Coxsackie-A-Viren. Typischerweise ergibt die Blickdiagnose bei der Herpangina kleine Bläschen mit rotem Randsaum am Gaumensegel. Die Allgemeininfektion geht mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellungen am Hals und einer typischen, intensiv roten Entzündung der Mundhöhle einher. Am Gaumensegel befinden sich Bläschen. Im Gegensatz zur Mundfäule besteht kein Mundgeruch.

Herpesinfektion

Der Herpesinfektion des Munds liegt eine Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ I zugrunde, das auch für Lippenherpes verantwortlich ist. Die Ursachen für das Ausbrechen der Herpesbläschen sind vielfältig und bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Der Verlauf der Erkrankung ist jedoch bei allen Formen und jedem Betroffenen ähnlich. Die Erkrankung kommt aber zumeist bei Kindern zwischen dem zweiten und achten Lebensjahr vor und geht mit hohem Fieber, sehr starken Schluckbeschwerden und ausgeprägtem Mundgeruch einher. Da Kinder wegen der Schmerzen die Nahrung verweigern, kann es leicht zur Austrocknung kommen. In diesem Fall brauchen sie intravenös Flüssigkeit, Kalorien, virushemmende Mittel (Aciclovir) und Schmerzmittel.

Mundsoor

Soor ist eine Pilzerkrankung, die vorwiegend im Kindesalter oder bei abwehrgeschwächten Patienten, beispielsweise nach einer Strahlentherapie oder längerer Antibiotikatherapie, auftritt. Erreger ist der Hefepilz Candida albicans, der häufig die Haut von Erwachsenen besiedelt, ohne jedoch Krankheiten zu verursachen. In den meisten Fällen äußert sich Mundsoor in Form von weißen, ablösbaren Belägen auf einer geröteten, entzündeten Mundschleimhaut. Seltener stehen brennende, rote Schleimhäute im Vordergrund oder die Beläge sitzen fest auf der Schleimhaut. In jedem Fall muss der Mundpilz mit speziellen Medikamenten gegen Pilzinfektionen – sogenannten Antimykotika – behandelt werden.

Infektion durch Varizellen

Varizellen sind die Auslöser der Windpocken und gehören zur Gruppe der Herpesviren. Auch sie verbleiben nach einer Erstinfektion im Körper und können durch eine Schwächung des Immunsystems reaktiviert werden. Dann führen sie im Allgemeinen zur Gürtelrose entlang der Nervenbahnen, die aus der Wirbelsäule austreten. Bei einer Varizelleninfektion der Mundhöhle breiten sich die Viren entlang der Hirnnerven aus und führen im Mundbereich zu einer Infektion. Die Blickdiagnose zeigt Bläschen auf der Haut und Mundschleimhaut, die sich entlang der Nervenbahnen ausbreiten und nicht diffus im Mund verteilt sind.

Speichelsteine

Speichelsteine können sich bilden, wenn sich die Speichelzusammensetzung verändert oder es durch zu enge Drüsengänge zu einem ständigen Sekretstau kommt. Die Steine können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Tückisch wird es erst, wenn sie eine Speicheldrüse verstopfen. Dann können sich dort Bakterien und Viren vermehren, was zu einer schmerzhaften Entzündung führt. Bonbons oder speichelfördernde Lebensmittel können helfen, kleine Speichelsteine zu lösen. Manche Steine kann der Arzt mit Hilfe von Ultraschall zerstören. Handelt es sich jedoch um größere Speichelsteine, müssen diese operativ entfernt werden. 

Feigwarzen

Die Humanen Papillomviren (HPV), im Volksmund Feigwarzen genannt, befinden sich meist im Intimbereich und gehören zu den Geschlechtskrankheiten. Sie können jedoch durch Oralsex auch in Mund und Rachen gelangen. Dort führen sie zu Papillome, das sind warzenähnliche Veränderungen. Sie können lange Zeit unbemerkt bleiben. Im Anfangsstadium sind sie ungefährlich. Erst wenn sie sich auf dem Kehlkopf und den Atemwegen befinden, kann es zu Heiserkeit und Kurzatmigkeit kommen. Ein Facharzt kann die Warzen unter örtlicher Betäubung entfernen.